"Keine Lösungen von der Stange"

raum21-Interview zu TYPO3 in der Lüneburger Landeszeitung

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  • Andreas Kunde ist Geschäftsführer von "raum21", er ist Spezialist für TYPO3, das System, auf dem der neue Internetauftritt der LZ läuft. Unten ein Blick auf die neuen LZ-Seiten im Netz vom Montag.

Andreas Kunde frischte landeszeitung.de mit auf

Keine Lösungen von der Stange

lz Lüneburg. Der neue Internetauftritt der Landeszeitung, in der vergangenen Woche erfolgreich gestartet, wurde mit einem sogenannten Content Management System (CMS) namens TYPO3 für die LZ maßgeschneidert, und zwar von der Lüneburger Kommunikationsagentur "raum21". Welche Vorteile das System hat, erklärt Geschäftsführer Andreas Kunde im Interview.

 

Wo kommt das Kürzel TYPO3 eigentlich her?
Andreas Kunde: Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Weder im Internet noch in der einschlägigen Literatur gibt es eine Erklärung zum Namen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass es sich um ein Kürzel handelt. Es ist wohl vielmehr ein Kunstname, den der Entwickler seinem "Baby" gegeben hat.

Und wer hat das System entwickelt?
Kunde: Das ist eine spannende Geschichte, die irgendwie auch für den Geist des Internets steht. Denn letztlich ist das Internet eine riesige, internationale Informationsquelle, die jedem mehr oder weniger frei zur Verfügung steht. TYPO3 wurde maßgeblich von einem Dänen namens Kasper Skårhøj entwickelt. Er begann 1997 mit der Entwicklung von TYPO3 und gründete 1998 mit einem Partner das dänische Unternehmen "Superfish". Kurze Zeit später trennte er sich aber wieder von seinem Partner und nahm die Rechte am bisher entwickelten Code mit. Er wollte das System unbedingt "zu Ende" entwickeln und entschied sich, es nicht mehr kommerziell zu vermarkten, sondern öffentlich zu stellen. Damit ist die GNU General Public License (GPL) gemeint, was bedeutet, dass der Code der Software nicht geheim ist und auch keine Lizenzgebühren für den Einsatz der Software gezahlt werden müssen. Dies ist der klassische Open-Source-Gedanke. Man kann auch sagen, eine sehr erfolgreiche Gegenbewegung zu den Microsofts dieser Welt. Heutzutage erfreut sich Open Source Software einer sehr großen Gemeinschaft, die die Software stets weiterentwickelt. So hat TYPO3 mittlerweile eine weltweite Community von über 60 000 Entwicklern und Usern in über 80 Ländern, die das System fast täglich weiterentwickeln und permanent verbessern. So viele Entwickler hat noch nicht einmal Microsoft. Jeder, der TYPO3 einsetzt, partizipiert von diesen Weiterentwicklungen, die der Erfinder von TYPO3, Kasper SkÔrhÖj, niemals allein hätte realisieren können.

Wie oft und wo ist TYPO3 in Deutschland im Einsatz?
Kunde: TYPO3 ist weltweit über 290 000 Mal installiert, wobei TYPO3 in Deutschland den höchsten Verbreitungsgrad hat. Internationale Unternehmen wie BASF, DaimlerChrysler, ThyssenKrupp Automotive, Philips Dictation System, Europcar, General Electric, EDS, Konica-Minolta und Volkswagen realisieren beispielsweise ihren Internet-Auftritt mit TYPO3. Aber auch viele kleinere, regionale Unternehmen setzen auf TYPO3, da sie die Möglichkeiten und die Flexibilität für ihre Internetseite wollen und benötigen. TYPO3 ist für jedes Unternehmen einsetzbar - von einer kleinen Unternehmensseite mit einigen Informationen zu Dienstleistungen und Produkten bis hin zur Website mit vollintegriertem Shopsystem und Anbindung an das ERP-System. TYPO3 bietet nahezu unendliche Möglichkeiten in der Realisierung. Unternehmen müssen nicht das volle Potenzial nutzen, aber sie können es zu einem späteren Zeitpunkt. Wenn ich vor der Entscheidung stehen würde, heute ein System für das sich so rasant weiterentwickelnde Internet einzusetzen, würde ich mich immer für das zukunftsoffenste und flexibelste System entscheiden. Das ist aus meiner Sicht eindeutig TYPO3. Vor allem: Ich muss keine Lizenzgebühren für TYPO3 zahlen.

Welche Vorteile hat denn TYPO3 zu fertigen Internet-Lösung von der Stange?
Kunde: Eine wirklich fertige Internet-Lösung von der Stange gibt es nicht. Vereinfacht ausgedrückt, besteht ein Internet-Auftritt immer aus Design, Inhalt und Funktionen. Lassen wir den Inhalt einmal außen vor, so stellt sich immer die Frage: Wie soll mein Internet-Auftritt aussehen und was soll er können. Es gibt einige Systeme, die mehr oder weniger feste Funktionen und Designs vorgeben. Aber auch bei diesen Systemen müssen die Funktionen eingerichtet - im Fachjargon als "Customizing" bezeichnet - und das vorgegebene Design leicht angepasst werden. Wollen Sie aber individueller in der Gestaltung sein, mehr und flexiblere Funktionen haben wie z.B. die neue Community der LZ oder automatische Schnittstellen zu anderen Systemen, benötigen Sie Systeme, die Sie anpassen und erweitern können - wie TYPO3.

TYPO3 ist ein CMS-Framework. Das heißt, es hat eine eigene Entwicklungsumgebung, so dass dem System theoretisch keine Grenzen gesetzt sind. Dies leisten auch einige große, kommerzielle Systeme, für die Sie etliche zehntausend Euro an Lizenzgebühren zahlen. Allein dafür, dass Sie das System nutzen dürfen, ohne dass es aber Ihren Internet-Auftritt bereits erzeugt. Dazu muss es zusätzlich in Projektarbeit genauso wie TYPO3 "gecustomized" werden. Für TYPO3 zahlen Sie keinerlei Lizenzgebühren.

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