Eigene Apps auf Facebook nur noch mit iFrames – Facebook stellt Markup Language (FBML) ein

07.04.2011, veröffentlicht von Michael Harms, in Social Media / Webkommunikation

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  • Facebook - der Platzhirsch unter den Social Media Anbietern
    Facebook - der Platzhirsch unter den Social Media Anbietern
  • Die standardmäßig hinzufügbaren Tabs für Facebook Seiten
    Die standardmäßig hinzufügbaren Tabs für Facebook Seite

Die Ergänzung einer Facebook Seite mit individuellen Inhalten wie eigene Applikationen (Umfragen, Gewinnspiele, Spiele etc.) ist seit dem 11. März nur noch mit iFrames möglich. Facebook hat seine bei Usern beliebte Markup Language eingestellt. Die Möglichkeiten der Markup Language waren eingeschränkt, aber wurden von vielen Usern genutzt. Die Verwendung von iFrames zur Erstellung eines Tabs ist aufwändiger. Doch dieser Aufwand lohnt sich: in eigenen Tabs ist mit iFrames alles möglich.

Unternehmen haben die Möglichkeit ihre Facebook Seite mit eigenen Inhalten zu individualisieren. Standardmäßig werden auf einer Facebook Seite die Tabs Pinnwand, Info und Fotos angezeigt. Hinzufügen lassen sich dann noch Video, Links, Notizen und Veranstaltungen. Ein Unternehmen kann zudem selbstgestaltete Tabs ergänzen und diese mit eigenen Inhalten (sogenannten Apps) füllen. Ein individueller Tab lässt sich dann z.B. als Landing Page verwenden. Besucher der Facebook Seite sehen also als erstes diese selbstgestaltete App. Die Landing Page kann variieren, je nachdem ob ein Besucher ein Fan der Seite ist oder nicht (sog. Fan-Gating). Standardmäßig wird die Pinnwand als Landing Page angezeigt.

Nutzen und Vorteile von Facebook Apps

Der große Vorteil von eigenen Apps ist, das individuelle Aufwerten und Differenzieren der Seite gegenüber dem Wettbewerb, indem dem Nutzer ein Mehrwert in Form von Unterhaltung oder Information geboten wird. Da die Apps komplett frei gestaltet werden können, können Unternehmen ihr eigenes Corporate Design auf der Facebook Seite anwenden. Mit Apps lassen sich verschiedene Ziele verfolgen: Es lassen sich Nutzerdaten sammeln (mit Einverständnis des Nutzers), die Kundenloyalität lässt sich festigen und das Unternehmen hat die Möglichkeit über virales Marketing seine Reichweite auszubauen. Übergeordnetes Ziel einer jeden Facebook Seite und damit auch der Apps ist immer, dass so viele Besucher wie möglich den Like-Button drücken, damit sie zu Fans der Seite werden.

Die technologische Seite

Kürzlich hat Facebook Design und Funktionalität von Facebook Seiten und privaten Profilen angeglichen. Damit einher ging auch eine grundsätzliche Änderung der Technologie im Bereich der Tabs. Bisher wurden Tabs mithilfe von Static FBML auf der Facebook Seite eingebunden. Static FBML war ein Dienst von Facebook, der es dem Nutzer ermöglichte eigenen HTML- und CSS-Code sowie FBML (Facebook-Markup-Language) einzugeben. Der so entstehende Inhalt ließ sich als Tab auf der Facebook Seite integrieren. Seit dem 11. März 2011 besteht die Möglichkeit Apps über Static FBML einzufügen nicht mehr. Apps werden nun über HTML iFrames auf Facebook Seiten eingebunden. iFrames (Inline Frames) sind Bereiche innerhalb einer HTML-Datei, in denen andere HTML-Dokumente angezeigt werden (mehr zu iFrames). Das bedeutet Facebook stellt im iFrame Inhalte dar, die auf anderen Webseiten verfügbar sind. Um eine Applikation zu integrieren sind nun also Webprogrammierkenntnisse und eigener Webspace erforderlich.

Trotzdem hat die Verwendung von iFrames einige gewichtige Vorteile gegenüber Static FBML:

  • Die Standard-Webtechnologien HTML, JavaScript und CSS sind in vollem Umfang nutzbar.

  • Das Content Management von Unternehmenswebseite und Facebook Seite kann zentral über das unternehmenseigene CMS erfolgen.
  • Unternehmenswebseite und Facebook Seite lassen sich einheitlicher gestalten (Corporate Identity).
  • Die Integration von News, Produkten und Blogs von der eigenen Webseite ist möglich.
  • Die Applikation kann neben Facebook auch auf anderen Webseiten eingebunden werden.
  • Durch Web-Analyse-Tools lassen sich mehr Informationen über die Besucher bzw. Nutzer einer App sammeln. So lässt sich z.B. feststellen woher der Nutzer auf die Facebook Seite kam (Tracking).
  • Multimedia-Inhalte lassen sich sofort mit Öffnen des Tabs starten (Auto-Play). Diese Funktion ist allerdings von Facebook nicht gewünscht (siehe Facebook Platform Policies).
  • Das Fan-Gating ist verbessert. Social Plugins wie der Like-Button sind direkt in den Tabs integrierbar. Besuchern ohne Fan-Status wird der Like-Buttons im Tab angezeigt und erst nach einem Klick wird automatisch die erweiterte Ansicht geladen (durch Neuladen der Seite oder animierte Änderung der Ansicht mithilfe von JavaScript).

Integration von iFrames

iFrames lassen sich leicht auf der Facebook Seite integrieren (hierzu ein hilfreiches Tutorial). Zu beachten ist, dass die iFrame-Breite maximal 520 px betragen kann. Voraussetzung für die Integration eines iFrames ist die Verifizierung als Developer durch Nennung der Handy- oder Kreditkartennummer.

Facebook-Nutzer haben die Möglichkeit Apps auszublenden, die ihren Inhalt nicht über sichere https-Verbindungen beziehen. Daher bietet es sich als Seitenbetreiber an, iFrames über eine sichere Verbindung einzubinden, so dass sie allen Nutzern zur Verfügung stehen.

Ein kurzes Fazit

Abschließend ist zu sagen, dass der Abschied von FBML nicht schwer fällt. Mit iFrames lassen sich die Vorteile des State-of-the-Art der Webprogrammierung nutzen und die Facebook Seite lässt sich sowohl funktional als auch in Bezug auf das Design besser in die ganzheitliche Kommunikation eines Unternehmens einbinden.

 

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Autoren
 Michael Harms | Beratung & Konzeption

Der studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler verantwortet die Beratung und Umsetzung von Projekten in der Marketing- und Unternehmenskommunikation. Michael Harms war in Redaktionen, im Marketing und in der Unternehmens- kommunikation von mittelständischen und großen Unternehmen tätig, bevor er als Kommunikationsberater auf die Agenturseite wechselte.

"Bei allen Kommunikationsmaßnahmen darf die Zielgruppe nicht aus den Augen verloren werden. Eine Kampagne kann noch so kreativ sein, wenn sie nicht den Nerv der Zielgruppe trifft, erreicht sie ihr Ziel nicht. Kommunikation ist kein Selbstzweck, sondern verfolgt klare Ziele. Wir suchen stets nach dem effizientesten Weg, den Zielkunden mit der richtigen Botschaft zu erreichen - unabhängig davon, ob wir uns in den neuen oder klassischen Medien bewegen."

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