Web 3.0 oder 2.0, egal: Der Nutzen für Unternehmen ist die direkte Kundenkommunikation

06.05.2009, veröffentlicht von Michael Harms, in Marketingkommunikation / Unternehmenskommunikation / Webkommunikation

Viele Menschen wissen noch nicht einmal genau, was sie unter „Web 2.0“ verstehen sollen, da ist für andere mit dem Begriff „Web 3.0“ schon seit Jahren die nächste Entwicklungsstufe eingeleitet - wobei nicht eindeutig klar ist, ob Web 3.0 nun für das "Semantische Web" steht oder für die neue Kommunikationsausrichtung: die direkte Kommunikation von Unternehmen mit ihren Kunden. Ob letzteres nun wirklich die nächste Entwicklungsstufe des World Wide Webs ist, mögen andere entscheiden, zumindest ist die direkte Kundenkommunikation für Unternehmen hoch interessant. Die direkte Kundenkommunikation über das Internet ermöglicht insbesondere Unternehmen mit kleineren Marketingbudgets, sehr viel über ihre Kunden zu erfahren. Doch diese Möglichkeit wird immer noch zu wenig genutzt. Vielleicht lenkt die Wirtschaftskrise mit den einhergehenden Kosteneinsparungen nun die Unternehmen auf die neuen Bahnen.

Vereinzelt finden sich solche Beispiele, in denen Unternehmen den direkten Austausch mit ihren Kunden suchen. Die Kaffeehauskette Starbucks hat beispielsweise mit ihrem Portal „MyStarbucksIdea“ eine Plattform geschaffen, mit der sie ihre Kunden in die Produktentwicklung einbeziehen. Wer mehr über seine Kunden weiß, kann ihnen als Erstes ein passendes Angebot erstellen. Dies ist ein enormer Vorteil gegenüber Wettbewerbern. Es verwundert, dass erst wenige Unternehmen diesen neuen direkten Weg gehen. Dabei gibt es die technologischen Möglichkeiten schon seit einigen Jahren, denn sie sind mit dem Web 2.0 in den Alltag der Internetuser eingezogen. Die Nutzer des Internets sind es gewohnt aus Onlineshops, Produkte nicht nur zu kaufen, sondern auch zu bewerten und eigene Kritiken zu erstellen. Die User schreiben heutzutage eigene Blogs und wollen ihrer Meinung damit Gehör verleihen. Sie kommentieren auf professionellen Internetseiten der Verlagshäuser die Artikel der Journalisten oder sie tauschen in Foren ihre Meinung aus. Der Internetuser von heute will nicht nur lesen, er will teilhaben, er will selbst kommunizieren. Unternehmen sollten dieses Potenzial für sich nutzen.

Die Gedanken zum Potenzial der direkten Kundenkommunikation sind nicht neu. Einen interessanten Artikel dazu hat u.a. Tobias Kollmann auf manager-magazin.de bereits Anfang 2007 geschrieben. In „Web 3.0 in den Startlöchern“ beschreibt er die Zusammenhänge zwischen Technologie und Rollenverteilung und leitet daraus das Me-Business statt des E-Business ab. „Unabhängig davon, mit welchen Ansätzen man auf Angebots- und Nachfragerseite versuchen wird, die im Web vorherrschende Informationsflut in den Griff zu bekommen, ist eines sicher: Das Web der Zukunft bietet einen fast unendlichen Spielraum für innovative Geschäftsideen, bei denen der individuelle Nutzer mehr denn je im Mittelpunkt stehen wird!“

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Autoren
 Michael Harms | Beratung & Konzeption

Der studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler verantwortet die Beratung und Umsetzung von Projekten in der Marketing- und Unternehmenskommunikation. Michael Harms war in Redaktionen, im Marketing und in der Unternehmens- kommunikation von mittelständischen und großen Unternehmen tätig, bevor er als Kommunikationsberater auf die Agenturseite wechselte.

"Bei allen Kommunikationsmaßnahmen darf die Zielgruppe nicht aus den Augen verloren werden. Eine Kampagne kann noch so kreativ sein, wenn sie nicht den Nerv der Zielgruppe trifft, erreicht sie ihr Ziel nicht. Kommunikation ist kein Selbstzweck, sondern verfolgt klare Ziele. Wir suchen stets nach dem effizientesten Weg, den Zielkunden mit der richtigen Botschaft zu erreichen - unabhängig davon, ob wir uns in den neuen oder klassischen Medien bewegen."

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