Mitarbeiter-Loyalität via Algorithmus messen - Eine gute Idee?

22.05.2009, veröffentlicht von Michael Harms, in Interne Kommunikation / Unternehmenskommunikation

Die Loyalität eines jeden Mitarbeiters zu seinem Unternehmen will der Software-Gigant Google nun mit einem neuen Algorithmus vorhersagen. Laut der Online-Ausgabe des Wall Street Journals vom 19.05.2009 sammelt das Unternehmen derzeit bei seinen 20.000 Mitarbeitern Daten zum Ausbildungsstand und zur Gehaltsentwicklung, um daraus einen speziellen Algorithmus zur Vorhersage der Mitarbeiter-Loyalität zu entwickeln. Weitere Daten aus internen Mitarbeitergesprächen sowie -bewertungen sollen auch in die Prognose einfließen. Google will damit vorhersehen, ob seine Mitarbeiter das Unternehmen verlassen wollen.

Technologisch und aus Forschersicht ist heute viel möglich. Doch werden die Laborbedingungen verlassen und die Bedingungen der Unternehmensrealität liegen vor, so wird dieser Algorithmus nicht nur messen, sondern maßgeblich beeinflussen. Datenschützer und Betriebsräte in Deutschland werden von diesem neuen Algorithmus begeistert sein. Die illegale Auswertung von Mitarbeiterdaten ist nicht erst seit der „Deutschen Bahn-Affäre“ kein positiver Imagefaktor. Solche Auswertungen haben so manchen "Kopf eines Unternehmenslenkers" fordert. So wird doch kein Unternehmen, hoffentlich, diesen Algorithmus, wenn ihn Google fertig entwickelt hat und vermarkten sollte, heimlich einsetzen. Und dann wird es spannend: Wie bringt die Unternehmenskommunikation diese neue Nachricht dem Mitarbeiter bei? Mitarbeitern, die bereits Abwanderungsgedanken hatten, wird diese Nachricht nur in eine Richtung treiben: weg von. Grundsätzlich wird diese Nachricht, dass ein Algorithmus ermitteln soll, welcher Mitarbeiter loyal ist und welcher nicht, Angst unter den Mitarbeitern verbreiten – unabhängig davon, wie gut die Unternehmenskommunikation dazu kommuniziert. Zwar hat die Angst um den eigenen Arbeitsplatz, insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, die Krankheitsquote in Unternehmen scheinbar zum Rückgang bewegt, aber wie wirkt sich diese neue Angst auf so wichtige Erfolgsfaktoren wie die Motivation und die Innovationskraft aus?

Unternehmen müssen Daten erheben und wichtige Indikatoren, die Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens haben, messen. Aber ob die Messung der Mitarbeiter-Loyalität mittels eines Algorithmus dazugehören sollte, ist mehr als fraglich. So ist doch die verstärkte Förderung einer guten internen Kommunikation, die nicht nur den Top-Down-Ansatz verfolgt, sondern auch die „In-Between“ und „Bottom-Up“-Kommunkation beherzigt, ein wesentlich effizienteres Instrument, um die Loyalität der eigenen Mitarbeiter zu stärken – und bestimmt auch der menschlichere Weg.

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Autoren
 Andreas Kunde | Internet & Entwicklung

Der Diplom-Kaufmann ist verantwortlich für die Bereiche "Webtechnologien" und "individuelle Entwicklungen". Bereits in den 90'ern während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre machte sich Andreas Kunde mit einer Internetagentur selbständig. Er entwickelte individuelle Webapplikationen, E-Business- und E-Learning-Anwendungen und war als Dozent im Bereich E-Learning "Contentproduktion" tätig.

"Als Projektleiter und Konzeptioner ist es mir wichtig, dass unsere Kunden eine einfache Benutzeroberfläche zur Verfügung haben, damit sie unsere innovativen Web- und Multimedialösungen auch ohne Fachkenntnisse effizient bedienen können."

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 Michael Harms | Beratung & Konzeption

Der studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler verantwortet die Beratung und Umsetzung von Projekten in der Marketing- und Unternehmenskommunikation. Michael Harms war in Redaktionen, im Marketing und in der Unternehmens- kommunikation von mittelständischen und großen Unternehmen tätig, bevor er als Kommunikationsberater auf die Agenturseite wechselte.

"Bei allen Kommunikationsmaßnahmen darf die Zielgruppe nicht aus den Augen verloren werden. Eine Kampagne kann noch so kreativ sein, wenn sie nicht den Nerv der Zielgruppe trifft, erreicht sie ihr Ziel nicht. Kommunikation ist kein Selbstzweck, sondern verfolgt klare Ziele. Wir suchen stets nach dem effizientesten Weg, den Zielkunden mit der richtigen Botschaft zu erreichen - unabhängig davon, ob wir uns in den neuen oder klassischen Medien bewegen."

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